Alltagshelden auf dem Brocken

Gedenktag der historischen Brockenöffnung

3. Dezember 2018: Seit 29 Jahren sorgen die Mitglieder der Bergwacht Wernigerode ehrenamtlich für die Sicherheit auf dem Brocken. Alle waren bei der historischen Brockenöffnung am 3. Dezember 1989 mit dabei. Heute sind sie zwischen 65 und 81 Jahre alt. Von links: Wofgang Schökel (81), Erich Goedecke (65), Volker Giebel (65), Klaus Deter (75), Jürgen Tracht (71), Heinz Plate (76), Klaus Sittka (72).

Brockenöffnung – Reportage in der SUPERillu von heute

Zur Brockenöffnung am 3.12.1989 bringt die SUPERillu eine Doppelseite mit 2 Zeitzeugen, die damals dabei gewesen sind. Eigentlich sind es drei, denn ich habe damals u. a. das große Foto gemacht, auf dem drei junge Menschen aus Halberstadt auf der Mauer sitzen. Das Bild ist inzwischen zu einer Ikone  geworden, die für den Mauerfall auf dem Brocken steht. Es ist mein meistgedrucktestes Bild.

Am kommenden Montag, am 3. Dezember jährt sich die Brockenöffnung zum 29en Mal.

Viel mehr Fotos sind in meinem Brockenbuch „Der Brocken – ein freier Berg“ zu finden. Dort zeige ich „Zeitgeschichte“, die im Harz passiert ist. Das Buch ist eine Reise in die 70er, 80er, 90er und 2000er Jahr und zeigt den Wandel rund um Norddeutschlands höchsten Berg. Wer das Buch noch nicht hat, es ist ein Buch gegen das „Vergessen“ und ist hier versandkostenfrei zu bestellen.

Brockenöffnung
Späte Freiheit für den Brocken – Reportage zur Brockenöffnung am 3. Dezember 1989.

Freiheit (II)

Beleuchtetes Brandenburger Tor

In den letzten Wochen habe ich verschiedene Freunde und Freundinnen aus anderen EU-Ländern, die in Deutschland leben, gefragt, wie sie die Deutschen sehen – die würden doch im Ausland oft als kühl gelten. Eine junge Freundin aus Italien sagte, „ja, das wird immer so gesagt. Aber in Clausthal habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Deutschen sind herzlich und sehr hilfsbereit.“

Eine Freundin aus Spanien – sie arbeitet als Spanisch Lehrerin in Deutschland – sagte, „die Deutschen würden einfach sagen, was sie wirklich denken. Das ist auf den ersten Blick manchmal kühl, aber eben sehr ehrlich“.

Wir haben gemeinsam darüber nachgedacht, ob und warum das in anderen Ländern und Kulturen nicht so ist. Ganz offensichtlich hat das viel mit „Freiheit“ zu tun und keine Angst haben zu müssen, etwas Falsches zu sagen. Ehrlichkeit und Offenheit kann nur in einer angstfreien Gesellschaft gedeihen.

In einer Zeit, in der uns Ängste von verschiedenen Seiten eingeredet werden, in der „Fake-News“ die Menschen verängstigen, sollten wir uns dessen bewusst sein.

Am 9. November 1989 fiel in Deutschland die Mauer und führte zur Wiedervereinigung des 40 Jahre geteilten Landes und brachte den Menschen die Freiheit. Vor hundert  Jahren revoltierten aber auch die Matrosen in Kiel, Cuxhaven und Wilhelmshaven gegen die schlechten Bedingungen auf ihren Schiffen. Sie weigerten sich, als „Kanonenfutter“ nochmals in den Krieg geschickt zu werden. Der Matrosenaufstand griff als Novemberrevolution auf viele deutsche Städte über und führte am 9. November 1918 zum Sturz des Kaisers und zur Ausrufung der Republik – der Beginn der demokratischen Entwicklung in Deutschland.

Freiheit (I)

Am 9. November jährt sich in Deutschland der Jahrestag des Mauerfalls: Nach dem zweiten Weltkrieg hatten die Besatzungsmächte das eroberte Land unter sich aufgeteilt. Die Westmächte bauen eine demokratische Gesellschaft auf. Der parlamentarische Rat erarbeitet das Grundgesetzt, dass am 23. Mai 1949 in Kraft tritt. Damit war die Bundesrepublik Deutschland gegründet.

In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gestaltet die Sowjetunion das politische und wirtschaftliche System nach ihren Vorstellungen. Die kommunistische Sozialistische Einheitspartei Deutschlands bestimmt alle Lebensbereiche, Massenorganisationen tragen den Willen der Partei in die Gesellschaft. Am 7. Oktober tagte der 2. Deutsche Volksrat und erklärt sich zur provisorischen Volkskammer. Damit ist die Deutsche Demokratische Republik als zweiter deutscher Staat gegründet – eine kommunistische Diktatur nach sowjetischem Vorbild. Die Grenze zwischen beiden deutschen Staaten wurde von der DDR bis zu ihrem Fall zu einem für Menschen unüberwindlichen Schutzwall ausgebaut, der sich quer durch Europa zog. DDR-Bürger durften nicht in das westliche Ausland reisen und für Westbürger war das Betreten der DDR nur mit einem Visum und oft mit Schikannen beim Grenzübertritt verbunden.

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse spitzten sich in der DDR und anderen Ostblockländer soweit zu, dass im Verlauf der friedlichen Revolution am 9. November 1989 die Mauer in Berlin fiel: Über Nacht besuchten 1000ende Menschen aus der DDR die Bundesrepublik Deutschland. Der Mauerfall am 9. November brachte den Menschen in der DDR und großen Teilen des ehemaligen Ostblocks die Freiheit.

Über Nacht wird der Stacheldraht ein Symbol der Freiheit.

Für mich persönlich war der Mauerfall ebenfalls einer der wichtigsten Einschnitte in meinem Leben. Seit dem Ende meines Studiums lebe ich wieder im Harz, die Grenze vor Augen, der Sperrzaun in unmittelbarer Nähe, der mich daran hinderte, den Ostharz zu betreten. Über Nacht wird dieser Zaun auch für mich ein Symbol der Freiheit: Am 10. November fotografierte ich in Duderstadt, Teistungen und Berlingerode den Ansturm der DDR-Bürger nach Westdeutschland. Einen Tag später war ich Augenzeuge der Grenzzaunöffnung zwischen Walkenried und Ellrich.

Brockenöffnung
Brockenöffnung am 3. Dezember 1989 um 12.45 Uhr.

Und am 3. Dezember 1989 war ich unter den vielen Menschen, die in einem Sternmarsch zum Brocken aufgebrochen waren. Im Verlauf dieser Demonstration wurde das Tor zum strengsten bewachten Gelände der DDR geöffnet. Für viele teilnehmenden Menschen war das einer der glücklichsten Tage in ihrem Leben, an dem sie sich bis heute genau erinnern.

Für mich war es der Beginn meines inzwischen umfangreichsten Fotoprojektes: Bis November 89  hatte ich den Brocken nur mit Teleobjektiv von niedersächsischer Seite aus fotografiert. Nach dem Mauerfall habe ich den Wandel auf und um den Brocken dokumentiert. Dazu gehörten auch die Spionageberge im Westharz, die bis 2005 gesprengt worden.

 

Tipp:

Die Fotos befinden sich in dem Bildband „Der Brocken – ein freier Berg“, den sie über diese Website versandkostenfrei bestellen können.

Internationales E-Bass-Treffen im Harz begeistert Dozenten und Teilnehmer

Bereits zum vierten Mal traf sich die internationale E-Bass-Szene im Harz. „So etwas erwartet man hier nicht, vielleicht in Köln, Berlin. oder Stuttgart“, sagt Frank Hussong. „Was hier für eine Qualität geboten wird ist unglaublich. Egal ob es die Bässe sind oder die Musiker, die hier spielen. Es ist absolutes Weltniveau, Super – Qualität, die hier geboten wird.“

David Pastorius, E-Bassist

An drei Tagen gaben deutsche und internationale Bass-Dozenten Workshops wie Marius Goldhammer, Florian Friedrich, Benni Jud, Heiko Jung, Jay-Tee, Christian Fabian, Claudio Zanghieri, Emamanuel Stanley oder David Pastorius zu ganz unterschiedlichen Themen wie Basslines, Rock Bass, Solobass, alleine ohne Netz und doppelten Boden, der Bass in der Session, Fünf Töne für ein Hallelujah oder Funky Binary.

Emanuel Stanley aus Köln

Emmanuel Stanley hatte sich dem Thema „Der Bass als Session“ gewidmet. „Session bedeutet wirklich zuhören und aufeinander hören. Man muss einfach den Kopf ausschalten und sich dem Fluss der Dinge hingeben ohne Angst zu haben, was als nächstes kommt. Man muss einfach nur hören, spielen und den Fluss zulassen. Der Bass liefert das Fundament innerhalb der Band.“ Dafür gibt er auch gleich noch Beispiele: „ Wenn der Bassist innerhalb einer Band wild rumspielt, dann spielen auch die anderen Bandmitglieder wild rum. Wir sind die Basis, die Basis muss Ruhe bringen sodass die anderen darauf was entwickeln können.“ Das demonstriert er dann auch gleich mit einem Groove bei dem ihn die Band in Form von Gitarre, Keyboard und Schlagzeug begleitet wird. Das vermittelte Hintergrundwissen schafft bedeutet für die Teilnehmer Inspiration, Ideen und ganz besonders Selbstbewusstsein innerhalb der Band. Neues kann mit dem eigenen Bass und einem Headset direkt ausprobiert werden.

Claudio Zanghieri ist zum vierten Mal als Dozent in Lautenthal. „Es ist jedes Mal anders und neu hier. Alle sind völlig entspannt und es gib kein Gegeneinander. Auch die Dozenten fahren mit neuen Ideen und Gedanken nach Hause und kommen alle gerne wieder“.

Claudio Zanghieri, E-Bassist beim Abschlusskonzert.

Neu sind in diesem Jahr die zusätzlich angeboten Masterclasses. Das sind Einzelstunden oder Gruppenstunden mit drei Teilnehmer bei einem Dozenten. „Wir sind überrascht, wie diese Kurse angenommen werden“, sagt Gerald Marleaux. Er ist emotional überwältigt, über die ehrliche, tiefenentspannte Atmosphäre, die Stimmung, wie alle miteinander umgehen. „Den Dozenten macht die Weitergabe von Informationen genauso viel Freude wie den Teilnehmern. Das ist großartig. Irgendwie sind alle völlig aus dem Häuschen.“

Samy Saemann und Florian Friedrich.
Christian Fabian
Ralf Gauck
Jay Tee Teterissa, E-Bassist und Journalist.
Lars Lehmann, E-Bassist und Journalist

Während des Intensivwochenendes gibt es viele anregende Gespräche zwischen den Dozenten, zwischen Dozenten und Teilnehmern oder den Teilnehmern untereinander. Viele kennen sich von den bisherigen Tiefgang-Treffen oder aus anderen Zusammenhängen. Eigentlich ist es ein Familientreffen. „Gerald Marleaux hatte zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee“, sagt ein Teilnehmer.

Gleich am ersten Abend stand in Clausthal-Zellerfeld eine besondere Werkstattführung auf dem Programm. Gerald Marleaux zeigte den Teilnehmern, wo und wie er seine edlen Holzinstrumente herstellt und gab einen Einblick in die Philosophie seiner Musikinstrumente. Die Instrumente entstehen ausschließlich in Handarbeit. In seinem Holzlager liegt abgelagertes Holz verschiedenster Baumarten für 1000 Bässe, darunter viele heimische Hölzer. Hinzu kommt noch ein größeres Außenlager.

Führung durchdie Werkstatt von Gerald Marleaux, Marleaux BassGuitars. Die Bass-Szene Deutschlands traf sich zum vierten Mal im Harz, Werkstattbesichtigung bei Gerald Marleaux.

Ein in dieser Art einzigartiges Konzert ist am Samstag-Abend das Dozentenkonzert. Alle Dozenten demonstrieren dort ihr Können mit Band, mit anderen Bassisten oder im Solo. Das Zusammenspiel geschieht ohne Probe. Es ist für alle Zuhörer erstaunlich, was live vor ihren Ohren und Augen entsteht.

Zuhörer und Teilnehmer Frank Hussong ist begeistert. „ Jede Stunde bekommt man hier neue Ideen und Impulse, das werde ich in meine Bands einbringen.“ Der 54jährige aus Höxter spielt seit 38 Jahren hobbymäßig Bass und aktuell in drei verschiedenen Bands mit. „ Wir werden hier sowas von verwöhnt, es macht richtig Spaß. Ich freue mich schon auf Zuhause um das umzusetzen“. Für den Tiefgang Workshop in 2019 hat er sich schon angemeldet.

 

Jahrhundertsommer an den Oberharzer Teichen

Während des derzeitigen Jahrhundertsommers sind die Oberharzer Teich ein beliebter Treffpunkt zur Abkühlung. Nirgendwo sonst in Norddeutschland gibt es bezogen auf die Einwohnerzahl so viele „Freibäder“. Alle Teiche gehören zum Weltkulturerbe „Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“. Die Teiche wurden während der aktiven Bergbauzeit von den Oberharzer Bergleuten als Speicherteiche gebaut, um mit dem Wasser die zahlreichen Wasserräder zu versorgen. Die dienten der Energiegewinnung, die Pumpen, die Fahrkünste oder das Erz aus den Gruben zu holen.

Aus heutiger Sicht waren die Bergleute auch geniale Landschaftsarchitekten, die die Landschaft des Oberharzes um viele Facetten reicher gemacht haben. Von ehemals 120 Teichen sind heuten noch 60 Teiche auf der Oberharzer Hochebene vorhanden. Fast alle Teiche können zum Baden genutzt werden, Fünf Teiche dienen der Trinkwasserversorgung.

 

Johann-Friedricher Teich
Hirschler Teich
Schwarzenbacher Teich
Pixhaier Teich
Pixhaier Teich
Bärenbrucher Teich

Mondfinsternis in Clausthal-Zellerfeld

Mondfinsternis: Vollmond und Mars

Nachdem zunächst eine Wolkenschicht den Südosten bedeckten, erschien zunächst der Mars und dann der noch schwache kupferrote Mond am Himmel. Von Clausthal-Zellerfeld ließen sich viele Menschen das seltene Naturschauspiel in dieser tropischen Sommernacht nicht entgehen.

Der vollständig verdeckte kupferrote Mond.
Links beginnt der Mond aus dem Erdschatten zu treten.

Neue Spionageausstellung im Brockenhaus eröffnet

Der NSA-Turm auf dem Wurmberg wird gesprengt.

Im Brockenmuseum ist nach fast zweijähriger Umbauzeit die Spionageausstellung eröffnet worden. Die Kölner Agentur 235 Media hat das Multimedia-Konzept entwickelt und dabei größtenteils auf meine historischen Fotos zurück gegriffen. Gleich am Eingang treten die Besucher durch mein historisches Mauerbild in den Ausstellungsraum. Neben historischen Dokumenten fällt dort der ehemalige Abhörturm der NSA auf dem Wurmberg (von mir am 18.9.1994 fotografiert). Mit der Öffnung der neu gestalteten Ausstellungsräume ist auch die Besucherplattform auf dem Brockenhaus wieder zugänglich. Der Besuch der Ausstellung lohnt sich: Schön ist, dass mit dem Turmfall auf dem Wurmberg auch die Abhördienste auf niedersächsischer Seite im Museum präsentiert werden.

Ausstellungseröffnung im Beisein von Prof. Dr. CLAUDIA DALBERT, Umwelministerin Sachsen-Anhalt, Nationalparkleiter Andreas Pusch, Oberbürgermeister Peter Gaffert und Christoph Lampert.

 

Bau der Trans-Adria-Pipeline durch Albanien

Bau der Trans-Adria-Pipeline

In Albanien wird nach dem Winter der Bau der Trans-Adria-Pipeline (TAP) fort gesetzt. Sie überquert dort die raue Bergwelt in fast 2000 Höhenmetern.

Bau der Trans-Adria-Pipeline
Neue Straße zum Bau der TAP.

Die TAP Erdgaspipeline führt von Kipoi an der türkisch-griechischen Grenze nach Italien und ist etwa 870 Kilometer lang. In Kipoi wird sie mit der Transanatolischen Pipline (TANAP) verbunden, die Erdgas aus Aserbaidschan heran führt.

Bergwelt oberhalb von Vithkuq, schnebedeckt ab 2000 Höhenmetern.

An dem 215 km langen Teilstück durch Albanien sind auch viele deutsche Firmen beteiligt.

Wilde Bergwelt in Albanien
Wilde Bergwelt in Albanien

Während unseres 16-tägigen Aufenthalts bin ich durch Zufall an der Baustelle in 2000 Metern Höhe gewesen. Durch den Bau musste auch die Infrastruktur in dieser bisher unzugänglichen Bergwelt wie Straßen, auf denen die Maschinen und Materialien transportiert werden, gebaut werden.

Neue Straße zum Bau der TAP, Trans-Adria-Pipeline durch die Bergwelt in Albanien
Neue Straße zum Bau der TAP – Trans-Adria-Pipeline

Nach dem kalten und harten Winter war im April der Schnee gerade erst geschmolzen, durch die steil stehende Sonne wird es dort sofort warm und eine faszinierende Pflanzenwelt explodiert förmlich.

Bayrischer Enzian, Gentiana bavarica, blühend.
Nach dem langen Winter explodieren die Pflanzen.
Nach dem langen Winter explodieren die Pflanzen.

Im Bildportal sind in den nächsten Tagen weitere Fotos aus Albanien zu finden:

https://djv-bildportal.de/webgate/frameset.html?site=offer/00007022.html

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