Ein Deutschland, 30 Jahre Freiheit

Alles offen? – Jahresausstellung BBK-Harz 2020

Vor 30 Jahren endete die friedliche Revolution in der DDR in der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Zuvor hatten viele Menschen gegen die Regierenden und für die Freiheit in der DDR demonstriert. Fast drei Jahrzehnte lang trennte ein Todesstreifen mit Stacheldraht, Mauer, Selbstschussanlagen und Schießbefehl die Menschen.

Zeitsprünge von Hansjörg Hörseljau.

Die Staatsmacht in Form des Ministeriums für Staatssicherheit bespitzelte, überwachte und unterdrückte Menschen, die sich gegen die Regierung stellten: Jede oder jeder musste damit rechnen, von der Stasi überwacht und verfolgt zu werden.

In komplexen Verhandlungen wurde 1990 der Einigungsvertrag ausgehandelt der am 3. Oktober zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland führte. Durch den Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland wurde das Grundgesetz zur gesamtdeutschen Verfassung.

Am 3. Oktober 2020 feierte Deutschland 30 Jahre Wiedervereinigung.

Der gewonnene Kampf der Freiheit führte für die Menschen im Beitrittsgebiet zum größten Umbruch ihres Lebens. Die persönliche Freiheit bot plötzlich für viele ungeahnte Möglichkeiten.
Für andere waren die wirtschaftliche Existenz und die persönliche Identität bedroht.

Für die Menschen in der alten Bundesrepublik änderte sich nicht viel. – Deutschland wurde größer.

Verwandte, Freunde – diesseits und jenseits konnten leicht besucht werden. Im größeren Deutschland waren Landschaften und Städte zugänglich, deren Namen längst in Vergessenheit geraten waren.

Eingefallene Brockenmauer, Hansjörg Hörseljau und Installation von Hilda Groll.

30 Jahre Wiedervereinigung – Alles offen.

Die Einheit Deutschlands in einem vereinten Europa in Freiheit für kommende Generationen zu sichern ist heute das gemeinsame Ziel. In einer globalisierten Welt können Menschen nur gewinnen, wenn sie gemeinschaftlich und fair miteinander umgehen. Grundwerte wie offene Grenzen, Freiheit, Meinungsfreiheit oder Religionsfreiheit müssen verteidigt werden.

30 Jahre Wiedervereinigung – Alles offen?

Wie haben wir den Umbruch, die Wiedervereinigung erlebt? Was bedeutet Freiheit für mich? Wie erlebe ich geschlossene Grenzen? Ist meine / unsere Freiheit bedroht? Halten wir Offenheit aus? Wieviel Offenheit?

Die Ausstellung soll Raum bieten, zurück zu blicken, Statements abzugeben, aber auch Visionen zu entwickeln.

In der Ausstellung sind auch einige meiner Symbolbilder und meine Zeitsprünge von mit bis zu 40 Jahren Differenz zu sehen.

Sehenswerte JAHRESAUSSTELLUNG:  „Alles offen“ ? Ein Deutschland  30 Jahre Freiheit.
08.10. – 12.11.2020 im Kreishaus Goslar zu den normalen Öffnungszeiten.  
Bitte die Corona-Einschränkungen beachten.

Corona bestimmt auch die Ausstellung im Kreishaus. 

Neben der Spur – Ausstellung des BBK in der Marktkirche in Goslar

Zauberwald

Bis zum 8. November ist die sehenswerte Ausstellung in der Marktkirche in Goslar zu sehen. Ausgestellt sind dort Werke von 15 Mitgliedern der Ortsgruppe Harz des Bund Bildender Künstler. In der Kirche sind auch fünf großformatige, aktuelle Werke von mir zu sehen, die in diesem Jahr auf Rügen entstanden sind.

„Die Kamera selbst bewertet nicht. Sie bildet objektiv ab, was ich ihr zeige.“
In der klassischen Fotografie wird durch die Kürze des Augenblicks ein dokumentarisches, genaues Abbild erzeugt. Bei meinen Aufnahmen kommen Bewegung und Zeit in verschiedenen Dimensionen hinzu. Das Bild ist die Konzentration von Zeit, Raum und Bewegung, die die Kamera aufgezeichnet hat. So können überraschende Einblicke entstehen, die über das Abbild hinaus reichen.

Beschleunigung
Beschleunigung 2020, Foto – Digitaldruck auf Acrylglas, 120 x 80 cm. Rügen.
Magie des Raums 2020, Foto – Digitaldruck auf Acrylglas, 120 x 80 cm. Rügen.
Fliehkraft 2020, Foto – Digitaldruck auf Acrylglas, 120 x 80 cm. Rügen.
Verschiebung, Foto – Digitaldruck auf Acrylglas, 120 x 80 cm. Rügen.

Die Marktkirche Gosar ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Am 2. Oktober um 18 Uhr wird der Ausstellungskatalog Vorgestellt. Anschließend besteht die Möglichkeit, mit den anwesenden Künstlern zu sprechen.

Weitere Termine:
Sonntag, 1. November: 10 Uhr,  Kunstgottesdienst
anschliessend: Künstlergespräche

Sonntag, 8. November: 10 Uhr, Ratsgottesdienst
anschliessend: Künstlergespräche

Deutschland im Ruhezustand

Lockdown auf Deutschlands Straßen. Die Covid-19-Pandemie sorgt für leere Straßen und gähnende Leere. Der verordnete Ruhezustand zeigt vielerorts ungewohnte Bilder. 

Einen solchen Zustand der Leere gab es auf Deutschlands Straßen bisher nur während des Ölpreisschock im Winter 1973: Wegen der sprunghaft gestiegenen Energiekosten verordnete die Regierung der Bundesrepublik an vier Sonntagen ein Fahrverbot, um Energie und Kosten zu sparen. Ausgenommen davon waren davon nur Taxis, Linienbusse, Polizeiwagen und Rettungsfahrzeuge. 

Viele, die das damals erlebt haben, erinnern sich jetzt an die politische Krise in den 70er Jahren. Die „Ölkrise“ von 1973 zeigte dem Wirtschaftswunderland Bundesrepublik Deutschland seine Abhängigkeit vom fossilen Erdöl. Die Förderländer konnten ihre Monopolstellung nutzen und so Druck auf die Empfängerländer ausüben.

Lockdown, wenig befahrene A27 zwischen Walsrode und Bremerhaven.
Lockdown, der verordnete Stillstand.

Ursache für die derzeitigen Lockdown ist eine weltweite Gesundheits-Pandemie. Aus Sorge vor Ansteckung und Ausbreitung von Covid-19  haben die Regierungen weltweit einen Stillstand verordnet. Die Folgen davon sind unübersehbar: Auf den Autobahnen erlebte ich nahezu autofreie Fahrbahnen – zumindest an den Wochenenden. Trotz frühlingshafter Temperaturen waren kaum Menschen unterwegs. Die aufgeräumten PKW-Parkplätze waren Menschenleer. Nur die funktionalen Bänke und Tische aus Stein und die großen grünen Abfallbehältern fielen ins Auge.

Leere Parkplätze entlang der Autobahn A7 zwischen Hannover und dem Walsroder Dreieck.
Aufgeräumt und Clean.

Die Corona-Krise mit den verordneten Kontaktsperren zwischen den Menschen und Homeoffice für Viele führten zu einer drastischen Abnahme des Straßenverkehrs.

Auf meinen Fahrten sind einzigartige Bilder entstanden, die so wohl so schnell nicht wiederholt werden können.

75 Jahre Kriegsende – die vergessenen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Harz

Clausthal-Zellerfeld, Harz. Am 8. Mai 2020 gedenken wir an das Kriegsende vor 75 Jahren. Am 11. November 1989 gipfeln die friedlichen Demonstrationen in der DDR und Jahre zuvor in Polen im Mauerfall. – In diesem Jahr, 30 Jahre später feiern wir 30 Jahre Wiedervereinigung in Deutschland. Mit der Wiedervereinigung endet die Nachkriegsordnung in Europa. Das gemeinsame Europa ist auch eine Lehre aus der Kleingeistigkeit des 2. Weltkrieges. Seit 75 Jahren erleben wir in Europa Frieden, seit 30 Jahren in ganz Europa Freiheit.

Erniedrigungen und Entbehrungen

Vieles aus diesen dunklen Zeiten wurde aufgearbeitet, menschlich wie wissenschaftlich. Vielfach vergessen wurden die zwangsverpflichteten Frauen und Männer, die „Fremdarbeiter“ und die Kriegsgefangenen, die in vielen Betrieben in der Harzregion arbeiten mussten. Ihnen wurde die Freiheit genommen. Sie wurden verschleppt, getäuscht und mit falschen Versprechungen „gelockt“.  In der Fremde wurden sie gezwungen, fehlende deutsche Arbeitskräfte zu ersetzen. Sie lebten in Unfreiheit, erlitten viele Erniedrigungen und Entbehrungen bis zum Tod.
Zwangsarbeiter und Zwangsverpflichtete im Oberharz

In Clausthal-Zellerfeld waren die meisten Zwangsverpflichteten und Zwangsarbeiter im Westharz eingesetzt. Sie mussten im damals größten Industriebetrieb der Region “Werk Tanne“ aber auch in vielen weiteren Rüstungsbetrieben, Baugewerken, Bergwerken oder Betrieben wie der Bleihütte schuften. Zwangsarbeiter und Zwangsverpflichtete waren auch beim Bau der Ecker- und Okertalsperre eingebunden.
Rüstungsindustrie als Hoffnungsträger

Mit der Schließung der meisten Gruben im Oberharz und der Nordharzer Hütten in den 1930er Jahren erzielten die Nationalsozialisten große Wahlerfolge. Die Arbeitslosigkeit war hoch und neue Rüstungsbetriebe galten für viele Menschen als Hoffnungsträger für die notleidende Region.

Bauboom im Oberharz

In den Bauphasen 1934 bis 1936 sowie 1938 des Werk Tanne waren in Clausthal-Zellerfeld viele Baubetriebe aus dem Oberharz und dem Umland eingebunden. Ein extra eingerichteter Pendelverkehr brachte die Handwerker und Bauarbeiter aus den Vorharzdörfern mit Werkbussen nach Clausthal, um das im Wald aus 214 Einzelgebäuden geplante Werk zu errichten.

An der Tannenhöhe und am Galgensberg entstanden 22 Doppel- und sieben Einzelhäuser für die leitenden Angestellten und Meister des Rüstungsbetriebes.Beiderseits der Breslauer Straße wurden mehrere Lager für etwa 1800 Arbeiterinnen und Arbeiter errichtet. Im Lager an der Bauhofstraße waren nach Zeugenaussagen bis zu 400 russische und belgische Frauen untergebracht. Im Zellerfelder Gemeindehaus wohnten weitere 50 russische Frauen. Im Bürgergarten Zellerfeld, dem heutigen Wolfs Hotel waren Menschen verschiedener Nationalitäten, im Schützenhaus Clausthal waren jugoslawische Zwangsarbeiterinnen untergebracht. Für die Bauleitung und weitere 300 Arbeiter befand sich ein Lager an den Pfauenteichen. Ein Teil der Lager waren Bereitschaftslager, ein anderer Teil bewachte Zwangsarbeiterlager. Ob die Aufzählung vollständig ist, kann heute nicht mehr Präzise recherchiert werden. Deutlich wird jedoch, dass Zwangsverpflichtete im gesamten Stadtgebiet von Clausthal-Zellerfeld in dieser Zeit zum Stadtbild gehörten. Umso unverständlicher ist, dass es bei meinen Recherchen in den 80er Jahren kaum möglich war, Zeitzeugen zu finden, die aus dieser Zeit erzählen wollten.

Rüstungsaltlasten, Chemische Fabrik Clausthal (Werk Tanne, Füllstelle).
Zwang und grauenhafte Arbeitsbedingungen

Im Werk Tanne waren 1944 etwa 1250 Männer und fast 930 Frauen beschäftigt. Davon weist die Statistik 590 weibliche Ostarbeiter und 256 männliche Ostarbeiter aus. In den Abfüllanlagen für Granaten und Minen arbeiteten vorwiegend Frauen. Dort herrschten auch die mit Abstand schlechtesten Arbeitsbedingungen im Werk. Aus Angst vor Funkenflug mit Maschinen wurden die Granaten und Minen meist mit nackten Händen befüllt. Arbeitssicherheit wie Handschuhe oder Mundschutz gab es nicht. Das TNT drang durch Haut und Lunge in den Körper ein. Das erste Vergiftungszeichen war die Pulverkrätze, es folgte eine Gelb- bis Rotfärbung der Haare und eine orangene Hautverfärbung. Das führte nicht selten zu Anämie, Leukämie, Leberschäden mit starker Gelbsucht sowie irreparable Lungenschäden. Weil auch die Werksleitung von den gesundheitlichen Gefahren wusste, wurden die Zwangsarbeiterinnen regelmäßig ausgetauscht. Ein Zeitzeuge, den ich 1983 befragt habe, erinnert sich: „Der Friedhof dort an den Pfauenteichen, gegenüber stand die Pumpe, zu der ich oft musste. Dort haben sie mir dann erzählt, dass sie gegenüber wieder einen ins Loch reingeschmissen haben. Wir haben ordentlich das Wasser platschen gehört. … Da waren auch Mädchen, die ein Kind geboren hatten oder kriegten. Man hat sie, Mutter und Kind in das gleiche Loch geworfen“.

Zeitzeuge Robert Hintreich und seine Frau Else Hinreich.
Russische Arbeitskräfte durften geschlagen werden

Der ehemalige Säuremeister Schmidt hat mir 1983 erzählt: „Die Franzosen mussten wir behandeln wie Deutsche, aber die Russen nicht. Die Russen konnten wir schlagen, das war genehm. Ich aber nicht“. An Lungentuberkulose, Kräfteverfall stirbt ab Ende 1942 fast jeden Monat mindestens eine Zwangsarbeiterin russischer Nationalität.

Säuremeister Schmidt im Werk Tanne (6.07.1983)
Hunger und Krankheit

Wie schlecht die russischen Zwangsarbeiter behandelt wurden, ist aus den Worten der Augenzeugin Else Hintreich ersichtlich: „Das ist ab 1943 gewesen. Wie die angekommen sind, dass vergeß ich auch nicht. In Kolonnen ins Werk rein. Auf der Hauptstraße hatten wir nur Vogelbeerbäume. Das war ein Sprung, da waren sie in den Vogelbeerbäumen hochgeklettert und holten sich die roten Beeren. Beeren und Hallimasche haben die vom Strunk gegessen, vor Hunger. Sie sind zum Teil verhungert oder krank geworden, weil sie keine ärztliche Betreuung hatten.

„Ich kann mich auch noch erinnern, dass man diesen Leuten nicht einmal eine faule Kartoffel hinwerfen durfte, ohne bestraft zu werden“, sagte der 77jährige Robert Hintreich 1982. Er war bis Kriegsende in der Energieversorgung des Werkes tätig.

Viele Firmen nutzten Zwangsarbeiter

Zwangsarbeiter wurden in vielen Firmen im Harz, bei der Bleihütte, bei der Forst, in der Munitionsfabrik Metallwerk Silberhütte in St. Andreasberg oder im Bergbau in Bad Grund eingesetzt. In dieser Zeit war es üblich, dass Menschen aus den eroberten Gebieten fern der Heimat Sklavenarbeit leisten mussten.

Ohne nennenswerten Widerstand besetzte das 26. US-Infanterieregiment in den Morgenstunden des 13. April 1945 die Bergstadt Clausthal-Zellerfeld.

Das große Explosionsunglück im Werk Tanne, bei dem mindestens 67 Menschen starben, oder die amerikanischen Bombenangriffe, bei denen viele Menschen ums Leben kamen, sind vielfach beschrieben worden.

Die vergessenen Zwangsarbeiterinnen

Das ganz normale und entbehrungsreiche Leben der Zwangsarbeiterinnen ist in Vergessenheit geraten. Auch 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es keinen Ort, der an die menschlichen Schicksale erinnert. Am Russenfriedhof an den Pfauenteichen in unmittelbarer Nähe zum Werk Tanne ist endlich eine Gedenktafel in Vorbereitung.

Irrweg Rüstungsindustrie

Die kurze Zeit der Rüstungsindustrie hat der Harzregion großen Schaden zugefügt, die Umweltschäden sind bis heute allgegenwärtig.

Die Abwasser aus der ehemaligen Sprengstofffabrik belasten noch heute den Bereich um das Werksgelände und in Osterode.
 
Lesenswerte Literatur zum Thema:
Günther Hein/Claudia Küpper-Eichas
Montanregion Harz, Bd. 7, Rüstung als Weg aus der Krise? Arbeit und Wirtschaft im Oberharz in der Zeit des Nationalsozialismus, 2006, ISBN 3-937203-25-7
Jani Pietsch
Sprengstoff im Harz – Zur Normalität des Verbrechens: Zwangsarbeit in Clausthal-Zellerfeld
Edition Hentrich, Taschenbuch
ISBN: 3894682426 (antiqarisch)
Rüstungsindustrie in Südniedersachsen während der NS-Zeit. Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft Südniedersäschsischer Heimatfreunde e.V.
Heimatfreunde, Arbeitsgemeinschaft Südniedersachsens e.V. (Hrsg.)
Mannheim, VMA Verlag Peter Wagener, 1993.
ISBN: 3910085059 (antiquarisch)
Braedt, Michael, Hörseljau, Hansjörg, Jacobs, Frank, Knolle, Friedhart:
Die Sprengstofffabrik „Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld. Geschichte und Perspektive einer Harzer Rüstungsaltlast, 1998, ISBN: 9783897201248 (derzeit nur antiquarisch)

2020 – Schneeloser Winter im Harz

Bisher ist der Winter im Harz ausgefallen. In den Monaten Dezember, Januar und Februar 2020 waren die Temperaturen überdurchschnittlich mild, sodass die Schneekanonen am Wurmberg nicht eingesetzt werden konnten. Auch das Loipenspurfahrzeug des Nationalpark Harz musste in der Garage bleiben. Der Trend für die nächsten 30 Tage deutet auf weiterhin eine schneelose Zeit hin. Ein frostiger Winter bleibt aus.

Winter ohne Schnee –Wanderweg auf dem Brocken.

Wenig Schnee gab es auch in der Vergangenheit immer mal wieder. Aber oft war es dann  zumindest kalt und frostig. Die Oberharze Teiche waren dann mit einer dicken Eisschicht bedeckt und war Eislaufen möglich.

 
Blick vom Brocken über den Wurmberg bis zum Thüringer Wald.

Inzwischen häufen sich die milden Winter so sehr, das Wintersport oder Wintervergnügen kaum noch möglich ist. Die Planbarkeit eines Skiurlaubes im Harz gehört der Vergangenheit an.

Den anderen Mittelgebirgen in Deutschland geht es ähnlich. Auch die wichtigen Skigebiete in den Alpen machen sich große Sorgen.

Wurmberg und Großer Winterberg zwischen Schierke und Braunlage. 

Meine Fotos vom 24. Januar 2020 auf dem Brocken zeigen die Veränderungen.

Der Harz ist trotz allem eine wunderbare Natur- und Kulturlandschaft und hat mehr zu bieten als als Skisport.  An erster Stelle ist die frische und saubere Luft zu erwähnen und der Harz als ganzjähriges Wandergebiet.

Die Welterbestädte Goslar oder Quedlinburg sowie die Oberharzer Wasserwirtschaft sind lebendige Fenster in die Geschichte der Region. In der Region Harz gibt es das Nordharzer Städtebundtehater, das Theater Nordhausen oder das Deutsche Theater in Göttingen. Die vielfältige Museumslandschaft zeigt die kulturellen Schätze und Erfindungen der Region.

Mit Ideen und Kreativität könnte ein neuer Aufbruch für die Harzregion entstehen.

Ein Gutes Neues Jahr

Mexiko

Ein anregendes und spannendes Jahr liegt hinter mir. Begonnen hat es mit einer vierwöchigen Reise durch Mexico entlang der Pazifikküste, durch Zentralmexiko und Yucatan. Das 12größte Land der Erde ist ein faszinierendes Land mit seiner einzigartigen Maya- und Atzteken-Kultur, mit liebenswerten Menschen und faszinierenden Landschaften.

Litauen

Im Frühjahr reisten wir durch Litauen von der Kurischen Nehrung entlang der Ostseeküste, in die zweitgrößte Stadt des Landes Kaunas, die 2022 europäische Kulturhauptstadt ist und nach Vilnius. Wir erlebten die Weiten und Schönheit eines Landes, dass im öffentlichen Bewußtsein eine größere Präsenz verdient hat. – Erst wenn man dort persönlich hinreist, weiß man wie freundlich und sympathisch die Menschen dort sind.

Im Sommer folgte ein Radurlaub in Cuxhaven an der deutschen Nordseeküste. Die frische Seeluft und die Natur im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer laden immer wieder zum Ausspannen ein.

30 Jahre friedliche Revolution

Im Herbst war dann die Erinnerung an die friedliche Revolution vor 30 Jahren ein Schwerpunkt meiner Arbeit. Schon seit den 70er Jahren hatte ich die Grenze und den Brocken von niedersächsischer Seite aus fotografiert. Am 10. November 1989 war ich Augenzeuge in Duderstadt, Walkenried und am 3. Dezember 1989 auf dem Brocken. Der Mauerfall auf dem Brocken war die letzte Bastion, die die DDR-Regierung freigeben mußte. Bis heute ist der Brocken und der Wandel der Spionageberge im Westharz mein umfangreichstes Fotoprojekt geblieben. Als Zeitzeuge und Fotograf war ich 2019 in verschiedenen Medien präsent und erhielt für meine Arbeit Anerkennung und Wertschätzung.

30 Jahre Wiedervereinigung

2020 folgt ein weiteres Jubiläumsjahr: Wir feiern in diesem Jahr 30 Jahre Wiedervereinigung. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Deutschland unter den Siegermächten aufgeteilt. Bis 1990 gab es zwei deutsche Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen. Die DDR war eine Diktatur und Unrechtsstaat, unter dem viele Menschen leiden mußten.

Seit dem Mauerfall hat sich Europa verändert und ist sich in großen Teilen näher gekommen. Dafür sollten wir uns auch weiterhin aktiv einsetzen. Überall auf der Erde werden wir für die friedliche Revolution und den friedlichen Ausgang der Geschichte bewundert. 

Das Gedenken an eine Zeit, die seit 30 Jahren Vergangenheit ist, ist notwendig und wichtig. Trotz Klimawandels und Internet ist auch das Reisen, der direkte Kontakt zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, das Gespräch mit Menschen untereinander notwendig und wertvoll – auch für mich. Reisen bildet, stiftet Freundschaften und führt oftmals zu neuen Ein- und Weitsichten.

Ich wünschen allen Menschen dazu den notwendigen Mut und manchmal auch die Überwindung eigener Grenzen.

Hansjörg Hörseljau

Sonnenuntergang über Clausthal (Clausthal-Zellerfeld) am vorletzten Dezembertag 2019.

O Tannenbaum

Der Weihnachtsmann im toten, schneelosen Wald

O Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter! Du grünst nicht nur zur Sommerszeit, nein, auch im Winter, wenn es schneit. O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter!

In diesem Jahr sind die Fichten zu Weihnachten in vielen Orten im Harz weder grün noch weiß. Der Schnee ist mal wieder ausgeblieben und die Temperaturen sind für beständige Schneeverhältnisse zu hoch. Die Temperaturrekorde der vergangenen Jahre zusammen mit den deutlich zu niedrigen Niederschlägen haben im ganzen Land zu hohen Ausfällen in den Waldbeständen geführt. Egal ob Nationalpark, Landesforsten oder Privatwald – die Spuren des Klimawandels sind unübersehbar. Im Harz umso mehr, als hier die Fichten die Waldbestände bisher dominieren. Die durch Temperaturstress und Trockenheit geschwächten Fichten sind besonders anfällig für Borkenkäferbefall.

In diesem Jahr steht der Blankenburger Weihnachtsmann Manfred Schultz vor Schnee und nadellosen Bäumen im Nationalpark Harz. vor toten, schneelosen und nadellosen Fichten. 2019 sind viele Bäume braun, schneelos und ohne Nadeln.

Vor 12 Jahren – 2007 stand Martin Schultz hier noch vor einer traumhaften Winterkulisse mit grünen Fichten. Die Schneehöhe war auch damals eher gering.

Nachdenkliche Weihnachtsgrüße 2019 aus dem Harz,
Hansjörg Hörseljau

Weihnachten 2007: Der Weihnachtsmann Manfred Schultz aus dem verschneiten Winterwald.

RTL – Moderator Maik Meuser fährt mit Hansjörg Hörseljau in einem Wartburg auf den Brocken

Frontscheibe Wartburg
RTL: Die Mauerreise mit Maik Meuser. Fahrt mit dem Wartburg auf den Brocken. Maik Meuser spricht mit Hansjörg Hörseljau

Während seiner Mauerreise besucht RTL-Moderater und Nachrichtensprecher Maik Meuser gemeinsam mit mir den Brocken. Obwohl der Wartburg mit der Steigung zum Brocken gut zu tun hat, schafft der Wartburg die Strecke ohne Probleme. In dem Wagen sitzen ein wenig wie im Wohnzimmer – zwar gibt es in dem Wagen Sicherheitsgurte, aber Kopfstützen sucht man vergebens. Die würden auch garnicht zur spartanischen Inneneinrichtung passen.

Auf der Fahrt erzähle ich ihm viel über den Mauerfall vor 30 Jahren, aber auch über die ehemaligen Spionageberge in Niedersachsen. Es war mal eine andere Art, den Brockengipfel zu erklimmen.

Ein kurzer Ausschnitt von der Fahrt ist in der RTL Nachrichtensendung zu sehen:

https://www.tvnow.de/shows/rtl-aktuell-33/2019-11/episode-312-sendung-vom-08-11-2019-2214406?utm_source=rtl&utm_medium=owned&utm_campaign=right_rail&utm_term=rtl-aktuell

Außerdem bin ich in einem längeren Podcast zu hören: https://podcasts.apple.com/de/podcast/4-der-brocken-im-harz/id1486293381?i=1000456213213

RTL: Die Mauerreise mit Maik Meuser. Fahrt mit dem Wartburg auf den Brocken. Maik Meuser spricht mit Hansjörg Hörseljau

30 Jahre Mauerfall – die Brockenmauer

Bild des Monats

Mein Foto von der Brockenmauer, auf der zwei Jugendliche aus Halberstadt sitzen, ist in der Novemberausgabe 2019 der Wirtschaft der IHK Braunschweig Bild des Monats. Das Foto habe ich am 3. Dezember 1989 auf dem Brocken aufgenommen. An diesem Tag haben mehrere tausend Menschen die Freigabe des Brockengipfels erstritten. Die Identität der 3 Jugendlichen habe ich erst 25 Jahre später während meiner großen Fotoausstellung in Wernigerode erfahren.

Am 3. Dezember 1989 erklettern und besetzen 3 Jugendliche aus Halberstadt die Brockenmauer.
Vor 30 Jahren, am 3. Dezember 1989 wurde die Freigabe des Brockengipfels erstritten.

Postdigital – Zeitgleich – Zeitzeichen 2019

BBK Harz – Zeitgleich – Zeitzeichen 2019
Postdigital – von A nach B nach A ?

Ausstellungseröffnung am 26. September 2019, 18 Uhr.
Forum des Kreishaus Goslar, Klubgartenstraße 6

Seit kurzem bin ich Mitglied beim Bund Bildender Künstler, BBK Harz. In der Gruppenausstellung Im Kreishaus Goslar sind zum ersten Mal Fotos aus meinem Projekt Scenografie zu sehen.
Alle Künstler freuen sich über zahlreiche Besucher.

Rotes Ampelmännchen
Hansjörg Hörseljau — Scenografie: Rotes Ampelmännchen fährt Fahrrad.
0

Your Cart